12DD-history

Als die Twelve Drummers im Herbst 1983 zu trommeln begannen, horchte eine ganze Szene auf. Selten zuvor hatte man es in Deutschland erlebt, dass sich Medien, Musiker und Publikum in überraschender Eintracht einig waren: mit Twelve Drummers Drumming hatte sich eine ganz besondere Band zusammengefunden.

Bis zu diesem Zeitpunkt war man es gewöhnt, dass sich hiesige Formationen selbst unhörbaren musikalischen Strömungen immer mit mehrjähriger Verspätung hinterherhinkten. Und dies hinterließ dann immer fast zwangsläufig den faden Beigeschmack des Plagiats. Doch die 12DD-Musiker schickten sich wie selbstverständlich und ohne nationalen Minderwertigkeitskomplex an, im Konzert der Großen eine wichtige Rolle zu spielen und den Ton mitanzugeben.. Aufgrund ihres alles andere als provinziellen internationalen Sounds wurden die Drummers gleich in einem Atemzug mit Bands wie Simple Minds, Big Country und U2 genannt. Allesamt Bands, die sich auf dem Weg zum Kultstatus befanden. Doch was da in den Kritiken immer wieder herausgestellt wurde, war eine mögliche Geistesverwandtschaft mit den Kollegen, ein Schöpfen aus ähnlichen Inspirationsquellen. Da gab es keine Unterstellung des Kopierenwollens. Im Gegenteil erkannte man die Persönlichkeit und Eigenständigkeit der Twelve Drummers Drumming als überzeugende und integre Band.

Ebenso im wahrsten Sinne des Wortes merkwürdig war die Namensfindung. Die ersten Konzerte, in denen man sich den A&R-Managern der Plattenfirmen vorstellte, fanden unter dem Bandnamen Volkswagen statt - ein Markenname, mit dem man zwar Aufmerksamkeit bekam, aber eben keine Platte veröffentlichen konnte. Also wurde in mehreren Brainstorming-Sitzungen nach einem neuen Namen gesucht. Plötzlich war es klar: Die Zeile Twelve Drummers Drumming stand plötzlich in einer internationalen Zeitung ? gegriffen aus einem englischen Weihnachtslied "The 12 Days Of Christmas", ein Abzählreim.

Die Zeichen im Herbst 1983 standen also mehr als gut für das multinationale "Unternehmen", das in Mönchengladbach gegründet wurde. Die erste LP "Twelve Drummers Drumming" wurde mehr als ein Achtungserfolg: Mit Tourneen durch deutsche Clubs erspielte sich die Gruppe zudem den Ruf einer echten Live-Attraktion. Die Band: Rudi Edgar (Gesang), Kurt Schmidt (Bass), Ralf Aussem (Gitarre), Sibi Siebert (Schlagzeug) und Colin Drummond (Keyboards).

Auch das Ausland war längst hellhörig geworden. Für den englischen und amerikanischen Markt sollte im Sommer 1984 im Londoner Townhouse Studio das Debütalbum überarbeitet werden. Während der Sessions brach Sänger Rudi Edgar zusammen. Die erschütternde Diagnose lautete Gehirnblutung. Ratlosigkeit machte sich breit. Niemand konnte mit Bestimmtheit sagen, wie lange der Sänger krank sein würde und ob er überhaupt wieder richtig gesund werden würde. Doch schon bald entschied sich Kurt Schmidt, ohnehin zusammen mit Rudi Initiator der Bandgründung und musikalischer Richtungsweiser, Rudis Genesung abzuwarten. Als der Sänger nach zweijähriger Zwangspause wieder genesen war, begannen er und Kurt, neues Material zu schreiben. Dieses Arbeiten wirklich sich sehr positiv auf das Songwriting aus. Viel individueller und persönlicher gerieten die Lieder, die Ideen waren ausgereifter, Rudis Stimme noch intensiver. Ein Traum, dass sich mit Rudi und Kurt zwei Musiker gefunden hatten, die unabhängig voneinander, mehr als 10.000 km von einander entfernt, den gleichen musikalischen Vorlieben gefrönt hatten und nun in Deutschland zusammen arbeiten konnten. Es entstand das Album "Where The Wild Buffalo Roams", produziert von Gareth Jones. Die komplette Band: Rudi Edgar (Gesang), Kurt Schmidt (Gitarre, Keyboards), Charlie Terstappen (Schlagzeug), Peter Brough (Gitarre, Mundharmonika) und Raoul Walton (Bass).

1990 folgte ein weiteres Album mit dem Titel "Loveless", intensiver ging es kaum. Band: Rudi Edgar (Gesang), Kurt Schmidt (Bass, Gitarre, Keyboards), Peter Brough (Gitarre, Mundharmonika, Background Gesang), Ralf Aussem (Gitarre) und Hermann Eugster (Schlagzeug). Dieses Album ist und bleibt wohl immer ein stiller Höhepunkt der Rockmusik.

Bei Auftritten half ab und zu mal der Gitarrist Tom Morrison aus. Im Jahr 1995 erfüllte sich ein Traum ? ein weiteres Album unter dem Namen "Heroic Feet", produziert von Martin Rex in den Anderland Studios. Die Musikrichtung wechselte leicht ins "Grunge". Band: Rudi Edgar (Gesang), Kurt Schmidt (Bass, Synthesizer), Michael Witzel (Schlagzeug, Percussion, Background Gesang) und Tom Morrison (Gitarre, Keyboards, Mundharmonika, Background Gesang). Noch heute stehen Twelve Drummers Drumming für ein Stück Rockgeschichte, bekannt allerdings fast nur in Deutschland bei Musikjournalisten, Musikern und alten Fans. Können wir das noch ändern? Die neue Best Of CD gibt uns eine Chance.




Konzert-Geschichte stellen wir in Form von Eintrittskarten dar. Da nicht immer gedruckte Konzertkarten existieren, kann diese Liste nicht vollständig werden - doch wenn jemand noch Tickets aus den alten 12DD-Zeiten hat - bitte einscannen und ggf. aus der Erinnerung einen kurzen Konzertbericht dazu .

09.11.1983 Hamburg - Ernst-Merck-Halle
17.04.1984 Halle i.W. - Halle 3
18.04.1984 Hamburg - Markthalle
30.03.1984 Emmerich - Hansa-Gymnasium
23.06.1988 Bochum - Zeche
27.06.1988 Düsseldorf - JAB
09.07.1988 Loreley - Festival
20.08.1988 MG-Rheydt - Geneikener Hof

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